«Notrufe ohne Antwort? Wenn die Spenden nicht mehr für alle Tiere reichen»


Immer mehr Notrufe, immer weniger Spenden
Der Bedarf an professioneller Hilfe für verletzte, kranke oder hilflose Tiere steigt seit Jahren kontinuierlich an. Doch während die Notrufe zunehmen, reichen die Spenden nicht mehr aus. Ohne schnelle finanzielle Unterstützung droht in wenigen Monaten das Ende der 24/7-Einsatzbereitschaft der Stiftung Tierrettungsdienst. Für hunderte Tiere in Not hätte das verheerende Folgen. Denn eine vergleichbare Anlaufstelle gibt es nicht.
Tag und Nacht klingelt das Telefon in der Einsatzzentrale der Stiftung Tierrettungsdienst. Egal ob eine Schachtel mit neugeborenen Katzenbabys am Strassenrand, ein dehydrierter Igel, der entkräftet und hungernd auf Rettung angewiesen ist, oder ein Hund, der nach einem Unfall dringend medizinische Versorgung braucht: Wenn Tiere in Not geraten, entscheiden oft Minuten über Leben und Tod. Doch die Gewissheit, dass in solchen Momenten rund um die Uhr professionelle Hilfe ausrückt, ist akut gefährdet. Der dramatische Anstieg an Notrufen und die gleichzeitig stagnierenden Spendenmittel bringen die 24/7-Einsatzbereitschaft der Tierrettung an ihre finanziellen Grenzen. Mit den derzeit verfügbaren Mitteln ist dieser Rund-um-die-Uhr-Betrieb nur noch für wenige Monate gesichert.
Eine Lücke, die niemand schliesst
Um die massiv steigende Anzahl an Notfällen überhaupt noch bewältigen zu können, hat die Stiftung Tierrettungsdienst ihre Einsatzabläufe in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt und professionalisiert. Nur dank dieser klaren Ausrichtung auf die wachsende Not konnte bisher allen Tieren geholfen werden. Doch selbst diese effizienten Strukturen stossen nun an ihre Grenzen: Die Flut an Notrufen wächst schlicht schneller als die finanziellen Mittel. Denn die Arbeit der Stiftung finanziert sich fast ausschliesslich über Spenden. Da viele Einsätze – etwa bei halterlosen, verunfallten oder wilden Tieren – niemandem in Rechnung gestellt werden können, bleibt der grösste Teil der Kosten ungedeckt.
Obwohl die Stiftung Tierrettungsdienst eng mit Partnern wie der Polizei, den Veterinärämtern und der Wildhut zusammenarbeitet, erhält sie für ihre Leistungen keine regelmässigen Beiträge von Bund, Kantonen oder Gemeinden. Zwar befindet sich die Stiftung aktuell in konstruktiven Gesprächen mit Behörden, welche die Problematik erkennen und Handlungsbedarf sehen – denn auch für sie wäre ein Wegfall der Tierrettung nicht aufzufangen. Doch diese strukturellen Prozesse brauchen Zeit. Zeit, die die betroffenen Tiere nicht haben. Die Notfallfinanzierung ist akut zeitkritisch: Ohne zusätzliche Spenden droht das Sicherheitsnetz vorzeitig zu reissen, bevor nachhaltige Lösungen greifen können – denn eine staatliche oder alternative Anlaufstelle, die diese Aufgaben übernimmt, existiert schlichtweg nicht.
«Hinter jedem Notruf steckt ein Lebewesen, das Schmerzen leidet oder Angst hat und sich nicht selbst helfen kann. Zu wissen, dass wir vielleicht in einigen Monaten hunderte Tiere ihrem Schicksal überlassen müssen, nur weil die nötigen Spenden fehlen, um die Einsätze durchführen zu können, ist zerreissend. Wenn unsere Notrufzentrale zeitweise geschlossen bleibt, ist niemand sonst da, der die Flut der Notrufe auffangen kann.» — Patricia Blum, Leiterin Tierrettung, Stiftung Tierrettungsdienst
Tierheime am Limit – Rettungsdienst als unverzichtbares Sicherheitsnetz
Der Druck auf das Gesamtsystem ist enorm. Auch Tierheime und Pflegestationen arbeiten längst an ihren Kapazitätsgrenzen. Umso wichtiger ist ein funktionierender Rettungsdienst, der vor Ort sichert, erstversorgt und transportiert. Kann dieser Dienst nicht mehr durchgehend aufrechterhalten werden, hat das direkte Auswirkungen auf den gesamten Tierschutz.
Das Versprechen der Stiftung gilt seit über 30 Jahren: 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr für Tiere da zu sein. Damit dieses Sicherheitsnetz nicht reisst, braucht es jetzt das Engagement der gesamten Bevölkerung, der Behörden sowie von Unternehmen und Stiftungen.
«Es geht hier nicht um Zahlen oder Bilanzen – es geht um das Überleben von Tieren. Jedes Tier in Not hat eine Chance auf professionelle Rettung verdient. Wir bitten alle Tierfreund:innen von Herzen: Helfen Sie uns jetzt, damit wir auch morgen noch Tag und Nacht für die Tiere da sein können.» — Nicole Eggenberger, Geschäftsführerin, Stiftung Tierrettungsdienst
Jetzt handeln und Leben retten
Die Zeit drängt. Um die 24/7-Einsatzbereitschaft über die kommenden Monate hinaus zu sichern, sind sofortige finanzielle Mittel notwendig. Jeder Beitrag – ob Einzelspende, Patenschaft oder Unternehmenskooperation – hilft direkt und sorgt dafür, dass verletzte und hilflose Tiere auch künftig jederzeit auf Rettung zählen können.
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